Trauerrede 20.12.2000

Lebenslauf: Das Lebensbuch von Nico wurde am 11. Februar 1977 in Arnstadt aufgeschlagen.Hier wurde er geboren und ist mit seinen jüngeren Geschwistern Sebastian und Saskia aufgewachsen. Auch wenn er seine Familie auf Trap gehalten und so manchen Streich ausgeheckt hatte, hatten sie ihn in ihr Herz geschlossen. So bestand ein gutes Verhältnis zu seinen Eltern Marika und Ulfert. Zu seinen Großeltern bestand ein besonderes Band. Nico hat sich gern mit ihnen unterhalten und der Umgang mit älteren Menschen und ihren Erfahrungen zuzuhören, war für ihn immer interessant. Auch seine kleine Schwester Saskia, hatte er in sein Herz geschlossen

Nachdem Nico seinen Hauptschulabschluß absolviert hatte, begann er 1996 mit seiner Berufsausbildung. Im Bildungswerk Ichtershausen begann er eine Lehre als Metallbauer. Ein Beruf der ihm von Anfang an Freude bereitete und der seinen handwerklichen Fertigkeiten und seiner Kreativität den nötigen Raum zur Entfaltung bot. Mit welchem Elan er an die ihm gestellten Aufgaben ging, erfreute selbst seine Lehrausbilder. Er schaute nicht auf die Uhr und sein Eifer war kaum zu bremsen. So war es für keinen verwunderlich, als er bester Lehrling wurde.

Eine für ihn einschneidende Umstrukturierung ermöglichten es ihm leider nicht seine Lehre zu beenden. Doch er gab nicht auf Mit großem Einfallsreichtum verwirklichte er seine Ideen oder unterstützte andere dabei. Ja es war erstaunlich wie viel er mit wenigen Mitteln erreichte, aus Nichts etwas machen konnte ein Lebenskünstler voller Pläne und Ideen für seine Zukunft und seine Wohnung. Metall, aber auch Holz hatten es ihm besonders angetan. Unter seinen Händen entstanden schöne Skulpturen. Wenn er etwas seine persönliche Note geben und zum Abschluß bringen konnte, stellte sich immer ein tiefes Gebiet der Befriedigung und der Selbstverwirklichung bei ihm ein.

Dabei waren materielle Dinge für ihn nur Mittel zum Zweck ideelle Werte zählten mehr. Ganz besonders alte Gegenstände faszinierten ihn und mit großem Interesse entlockte er ihnen ihre Geschichte. Ja er hing an seiner Heimat, an Thüringen, Amstadt, an alten Häusern und besonders an seinem Elternhaus. Hier fühlte er sich wohl, verbunden mit all den Einzelheiten, die er über die Geschichte dieses Hauses in Erfahrung gebracht hatte. Auch die Kalligraphie, die Schönschreibkunst, besonders die alter Schriften, begeisterte ihn und viele staunten über seine Fähigkeiten auf diesem Gebiet. Und seine Musik, seine Gitarre, spielten eine große Rolle in seinem Leben.

Ja Nico war schon ein besonderer Mensch. Gefühlsbetont hilfsbereit, aber vor allem offen und ehrlich ging er seinen Weg. Eigenschaften, die er auch bei anderen hoch einschätzte. Er hatte ein feines Gespür, wer es gut und ehrlich meinte, und für seine Freunde hat er sein letztes Hemd gegeben. Das Vertrauen untereinander war eine unersetzbare Basis, um ihm näher zu kommen. Aber es gab nicht viele Menschen, die ihn wirklich verstanden haben und er legte nicht immer Wert darauf, daß sie es konnten.

Von Januar bis zum April 1999 arbeitete in einer ABM. Eine Zeit, in der es ihm richtig gut ging, finanziell und mental. Er sprühte voller Ideen und das lockere Umfeld gefiel ihm besonders.

Trotz Enttäuschungen hat Nico nicht aufgesteckt oder sich unterkriegen lassen. Er blieb sich und seinen Grundsätzen treu, egal mit welchen Konsequenzen. Und die Freunde an seiner Seite verstanden ihn das war ihm wichtig!!!

Ja ein Leben voller Pläne und Wünsche lag noch vor ihm Auf so tragische Weise wurde es beendet und ihr lieber Nico Richter im Alter von nur 23 Jahren aus dem Leben gerissen. Am 13.Dezember 2000 schließt sich viel zu früh auch sein Lebensbuch.

    

 

 

Am 20.12.2000 wurde Nico beerdigt, es war kalt und die Sonne schien.

Besonders rührten uns die vielen Freunde, die Trauerhalle konnte garnicht alle

fassen, so das die Tür offen bleiben mußte, die gekommen waren um von Nico

Abschied zu nehmen!!! Seine geliebte Gitarre stand vor dem Sarg!!! Für uns

war es der schlimmste Tag in unserem Leben!